Digitale Skills unterrichten

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Ich lehre seit kurzem in unserem Kurs „Digital Skills“, der sich an Bachelor-Studis in nichttechnischen Fächern richtet. Mit einer Kollegin aktualisiere ich außerdem das Kursskript, das schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat (, was in dem Bereich natürlich einiges ausmacht). Die EU definiert Digitale Skills oder Kompetenzen so:

Digitale Kompetenz umfasst die sichere, kritische und verantwortungsvolle Nutzung von und Auseinandersetzung mit digitalen Technologien für die allgemeine und berufliche Bildung, die Arbeit und die Teilhabe an der Gesellschaft.

Also sieht man schon, wie wichtig digitale Skills sind.

Digitale Dekade

Um die digitale Transformation voranzutreiben und den Rückstand auf andere Weltregionen zu verringern, hat die EU im Jahr 2023 das Politikprogramm für die „Digitale Dekade“ beschlossen. Bis 2030 sollen demnach in vier Bereichen wichtige Ziele erreicht werden:

  • Eine digital qualifizierte Bevölkerung und hochqualifizierte digitale Fachkräfte
  • Sichere und nachhaltige digitale Infrastrukturen
  • Digitale Transformation von Unternehmen
  • Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen

–> Schaut euch hier den aktuellen Stand der Dinge an oder lest den Länderbericht für Deutschland.

Ein wesentliches Ziel ist also die Entwicklung digitaler Skills. So sieht das Programm unter anderem vor, dass 80 % der Bevölkerung (im Alter zwischen 16 und 74 Jahren) bis zum Jahr 2030 über grundlegende digitale Fähigkeiten verfügen sollten. Deutschland erreicht hier (Stand 2025) 59,6 Prozentpunkte (Europäische Kommission, 2026) – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2023 (52,2 %), aber immer noch weit unter dem Ziel von 80 %:

Digitale Skills in Deutschland

202352,20%
202559,60%
2030 (Ziel)80%
Anteil der Bevölkerung mit grundlegenden Digital Skills (eigene Darstellung nach Europäische Kommission 2026)

DigComp 3.0

Was genau sind nun die „grundlegenden digitalen Fähigkeiten“, die Bürgerinnen und Bürger die EU erreichen sollen? Das geht aus dem DigComp 3.0-Framework hervor, das als einheitlicher Bezugsrahmen für digitale Skills dient. Es besteht aus 5 übergeordneten Kompetenzbereichen, die jeweils weitere Kompetenzen enthalten:

  1. Informationssuche, Bewertung und Verwaltung
  2. Kommunikation und Zusammenarbeit
  3. Erstellen von Inhalten
  4. Sicherheit, Wohlergehen und verantwortliche Nutzung
  5. Probleme identifizieren und lösen
DigComp competence areas and competences
DigComp 3.0 Übersicht (Quelle Abbildung: EU-Kommission)

Zu jeder Kompetenz sind 4 Kompetenzstufen definiert (grundlegend, mittel, fortgeschritten und sehr fortgeschritten). Auf der DigComp-Website stehen Details und ausführliche Informationen, inklusive ausgearbeiteter Lernziele für alle Kompetenzen und Kompetenzstufen – sehr toll, wenn man sich für das Planen von Lehrveranstaltungen begeistert!

DigComp learning outcomes
Beispiel: Lernziele nach DigComp 3.0 (Quelle Abbildung: EU-Kommission)

Was sind grundlegende Skills?

Grundlegende digitale Skills nach DigComp sind beispielsweise:

  • Eine Websuche durchführen
  • Dateien speichern und verwalten
  • Starke Passwörter und 2FA verwenden
  • Glaubwürdigkeit digitaler Inhalte einschätzen
  • …

Also 40% der deutschen Bevölkerung (16-74 Jahre) haben diese Fähigkeiten noch nicht – insofern sollte es zumindest Bedarf an unserem Kurs geben.